Gerade im Nacken oder in den Spitzen können sich Locken überraschend schnell verknoten. Manchmal reichen ein windiger Tag oder eine unruhige Nacht, manchmal sammeln sich über mehrere Tage lose Strähnen in der Lockenkrone und verhaken sich miteinander. Wer dann einfach kräftiger bürstet, macht sich das Entwirren meistens schwerer.
Besser funktioniert es, zunächst für ausreichend Slip zu sorgen. Damit ist die Gleitfähigkeit gemeint, die Wasser und Conditioner zwischen den einzelnen Strähnen schaffen. Anschliessend kannst du die Locken mit den Fingern, einem grobzinkigen Kamm oder einer geeigneten Detangling-Bürste Stück für Stück lösen.
Weshalb entstehen bei Locken so leicht Knoten?
Je stärker sich eine Struktur biegt oder kringelt, desto mehr Kontaktpunkte entstehen zwischen den einzelnen Strähnen. Hinzu kommen Reibung und lose Strähnen, die nach dem natürlichen Ausfallen nicht sofort aus einer dichten Lockenkrone herausfallen.
Besonders häufig entstehen Knoten:
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im Nacken
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in trockenen oder älteren Spitzen
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nach starkem Wind
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unter Schals und Jackenkragen
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nach mehreren Nächten ohne Schutz der Locken
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bei sehr dichter Struktur
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wenn sich viele Stylingrückstände angesammelt haben
Auch der Zustand deiner Locken spielt eine Rolle. Chemisch behandelte, oft überhitzte oder besonders poröse Längen können sich rauer anfühlen und dadurch schneller aneinander hängen bleiben.
Der einfachste Zeitpunkt zum Entwirren: beim Conditioner
Für viele Lockenköpfe ist der Wash Day der angenehmste Zeitpunkt zum Entwirren. Verteile dafür Conditioner in den vollständig nassen Locken. Wenn Finger oder Kamm gut hindurchgleiten, ist ausreichend Slip vorhanden.
Du kannst zuerst mit den Fingern beginnen und anschliessend – wenn du möchtest – mit einem grobzinkigen Kamm oder einer Wet Brush weiterarbeiten.
Dabei gilt immer: von unten nach oben.
Löse zunächst die Spitzen. Erst wenn diese knotenfrei sind, arbeitest du einige Zentimeter höher weiter. So verhinderst du, dass sich mehrere kleine Knoten am Ende einer Sektion zusammenschieben.
Solltest du Locken trocken entwirren?
Locken solltest du möglichst immer nass oder zumindest gründlich angefeuchtet entwirren. Findet das Detangling nicht ohnehin unter der Dusche statt, kannst du die betreffenden Partien mit einer Sprühflasche befeuchten. Dadurch werden die Locken geschmeidiger und lassen sich leichter bearbeiten.
Bei stärkeren Verknotungen kannst du zusätzlich Conditioner, Leave-in Conditioner oder einen Detangler verwenden. Sie sorgen für mehr Slip und reduzieren die Reibung, sodass Finger, Kamm oder Bürste leichter durch die Locken gleiten.
Trockenes Bürsten empfehlen wir bei Locken grundsätzlich nicht. Dabei werden die Lockenbündel auseinandergezogen, was häufig zu Frizz führt und bei vorhandenen Knoten zusätzlichen Zug auf die Strähnen bringt. Lediglich bei sehr lockeren Wellen kann trockenes Bürsten bewusst Teil einer individuellen Stylingroutine sein.
Bei einem festen Knoten gilt deshalb: Zuerst gut anfeuchten, bei Bedarf ein Produkt für zusätzliche Gleitfähigkeit verwenden und die Verknotung vorsichtig mit den Fingern lockern. Danach kannst du dich mit Kamm oder Bürste von den Spitzen langsam nach oben arbeiten.
Finger, Kamm oder Bürste – was passt zu deinen Locken?
Es gibt nicht das eine Werkzeug, das für jeden Lockenkopf am besten funktioniert.
Finger Detangling
Mit deinen Fingern merkst du sofort, wo sich ein Knoten befindet und wie fest er sitzt.
Diese Methode eignet sich besonders gut für einzelne hartnäckige Stellen oder empfindliche Locken. Bei einer sehr dichten Lockenkrone kann sie allerdings entsprechend länger dauern.
Grobzinkiger Kamm
Ein Kamm mit weit auseinanderstehenden Zinken kann nasse, mit Conditioner versorgte Locken gut entwirren. Ziehe ihn nicht gegen Widerstand durch einen Knoten. Bleibt er hängen, löse die Stelle vorher mit den Fingern.
Flexible Detangling-Bürste
Eine Wet Brush oder flexible Detangling-Bürste kann praktisch sein, wenn du grössere Mengen Locken relativ schnell bearbeiten möchtest. Auch flexible Borsten sind jedoch kein Freipass für kräftiges Ziehen. Das Grundprinzip bleibt dasselbe: erst die Spitzen entwirren, dann langsam nach oben arbeiten.
Welche Produkte helfen beim Detangling?
Conditioner
Für die meisten Routinen reicht ein Conditioner mit guter Gleitfähigkeit völlig aus. Du erkennst ausreichenden Slip daran, dass sich deine Locken im nassen Zustand weich anfühlen und die einzelnen Strähnen leicht aneinander vorbeigleiten.
Leave-in Conditioner
Ein Leave-in kann hilfreich sein, wenn du eine einzelne Stelle ausserhalb des Wash Days entwirren möchtest oder dein normaler Conditioner nicht genug Slip bietet.
Öl
Öl ist beim Detangling optional. Bei trockenen, engen oder besonders verknotungsanfälligen Locken kann ein Öl vor der Wäsche das Entwirren erleichtern. Feine oder wenig poröse Locken benötigen diesen zusätzlichen Schritt häufig nicht und werden dadurch unnötig beschwert.
Deep Conditioner
Auch ein Deep Conditioner kann vor oder während des Entwirrens verwendet werden. Das bietet sich vor allem dann an, wenn deine Locken ohnehin zusätzliche Pflege benötigen.
Welche Methode eignet sich wann?
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Situation |
Sinnvolle Methode |
Hilfsmittel |
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einzelne feste Knoten oder empfindliche Locken |
Finger Detangling |
Wasser, bei Bedarf Conditioner, Leave-in oder Detangler |
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normale Verknotungen |
Wet Detangling mit Kamm |
Wasser, grobzinkiger Kamm, bei Bedarf Conditioner, Leave-in oder Detangler |
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grössere Partien oder viele Locken |
Wet Detangling mit Bürste |
Wasser, flexible Detangling-Bürste, bei Bedarf Conditioner, Leave-in oder Detangler |
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lange oder sehr dichte Locken |
in Sektionen arbeiten |
Sprühflasche, Clips, bei Bedarf Conditioner, Leave-in oder Detangler |
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sehr trockene oder stark verknotungsanfällige Locken |
Pre-Poo Detangling |
Wasser sowie Pre-Poo, Öl oder Deep Conditioner |
Die Methoden lassen sich problemlos kombinieren. Einen festen Knoten kannst du zum Beispiel zuerst vorsichtig mit den Fingern lösen und die gesamte Sektion anschliessend mit Kamm oder Detangling-Bürste weiterbearbeiten.
Orientiere dich dabei weniger am Lockentyp allein als daran, wie dicht, fein, porös und verknotungsanfällig deine eigene Lockenkrone ist.
Feste Knoten lösen: So gehst du vor
Locken vollständig befeuchten
Sprühe die Partie grosszügig mit Wasser ein oder entwirre direkt während des Wash Days.
Conditioner verteilen
Arbeite genügend Conditioner in die betroffene Stelle ein. Lass ihn bei Bedarf kurz einwirken.
Spannung von der Kopfhaut nehmen
Halte die Strähne oberhalb des Knotens mit einer Hand fest. Dadurch landet weniger Zug an der Wurzel, wenn du darunter arbeitest.
Den Knoten auseinanderarbeiten
Versuche nicht, den gesamten Knoten auf einmal nach unten herauszuziehen. Nimm stattdessen einzelne Strähnen am Rand des Knotens und löse sie vorsichtig heraus. Oft wird der Knoten dadurch nach und nach kleiner.
Erst danach bürsten
Wenn die grösste Verknotung gelöst ist, kannst du mit einem Kamm oder einer Detangling-Bürste die restliche Sektion entwirren. Beginne erneut an den Spitzen.
Detangling bei einer sehr dichten Lockenkrone
Je dichter die Locken, desto hilfreicher kann es sein, in Sektionen zu arbeiten.
Vier bis sechs Partien sind ein guter Ausgangspunkt. Bei sehr langen oder dichten Afro-Locken können auch kleinere Abschnitte angenehmer sein.
So geht´s: Fixiere bereits entwirrte Partien locker mit einer Klammer oder drehe sie leicht ein. So vermischen sie sich nicht sofort wieder mit den noch verknoteten Bereichen. Wenn eine Sektion währenddessen trockener wird, gib erneut etwas Wasser hinzu.
Pre-Poo bei verknotungsanfälligen Locken
Pre-Poo bedeutet, dass du vor dem eigentlichen Waschen ein pflegendes Produkt aufträgst.
Dafür kann beispielsweise ein geeignetes Öl oder ein Deep Conditioner verwendet werden.
Diese Methode kann sich vor allem bei:
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engen Locken und Coils
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hoher Porosität
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sehr trockenen Längen
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längeren Protective Styles
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häufigen Verknotungen
lohnen.
Für eine feine Lockenkrone, die schnell beschwert wird, ist Pre-Poo dagegen nicht automatisch die bessere Wahl.
Was häufig zu unnötigem Haarbruch führt
Zu schnell arbeiten: Ein kleiner Knoten braucht manchmal schlicht ein paar Minuten.
An der Wurzel beginnen: Dadurch werden kleine Verknotungen nach unten zusammengeschoben.
Zu wenig Slip: Wenn Conditioner und Wasser fehlen, entsteht unnötig viel Reibung.
Zu grosse Partien: Je dichter die Locken, desto schwieriger wird es, einzelne Knoten in einer grossen Sektion zu erkennen.
Mit Kraft bürsten: Widerstand ist ein Zeichen dafür, dass du die Stelle zuerst mit den Fingern bearbeiten solltest.
Verfilzungen im Nacken reduzieren
Der Nacken ist bei vielen Lockenköpfen die Problemzone Nummer eins. Die unteren Locken bewegen sich ständig über Kleidung, Kopfkissen und andere Strähnen. Im Winter kommen Rollkragen, Schals und Jacken hinzu.
Du kannst die Reibung reduzieren, indem du:
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nachts Hauben aus Satin oder Seide verwendest
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lange Locken locker hochbindest
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bei starkem Wind einen lockeren Zopf trägst
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den Nacken beim Conditioner nicht vergisst
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trockene und stark gesplisste Spitzen regelmässig kontrollierst
Eine Schlafhaube kann ebenfalls hilfreich sein, muss aber nicht für jeden Lockenkopf die beste Lösung sein.
Wie oft sollte ich meine Locken entwirren?
Die beste Regel ist: So häufig wie nötig – und so schonend wie möglich. Viele Menschen entwirren ihre Locken einmal pro Wash Day. Wenn du einmal pro Woche wäschst, ist das entsprechend seltener als bei einer Routine mit mehreren Waschtagen.
Es gibt keinen Grund, Locken grundsätzlich zwei- oder dreimal pro Woche zu bürsten. Entscheidend ist, wie schnell sich bei dir Knoten bilden und wie gut du mit deinem persönlichen Rhythmus zurechtkommst.
Kinderlocken ohne Ziepen entwirren
Bei Kindern ist vor allem wichtig, dass das Entwirren möglichst angenehm bleibt.
Halte die Routine einfach:
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Locken vollständig nass machen.
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Conditioner verteilen.
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Kleine Sektionen abteilen.
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Die Strähne oberhalb der Stelle festhalten.
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Von den Spitzen langsam nach oben arbeiten.
Eine flexible Bürste kann funktionieren, ebenso Finger oder ein geeigneter Kamm. Besonders feine Kinderlocken benötigen normalerweise keine schweren Öle oder reichhaltigen Butterprodukte, nur damit sie sich entwirren lassen.
Häufige Fragen zum Entwirren von Locken
Kann ich einen richtig festen Knoten mit einer Bürste lösen?
Besser nicht direkt. Sättige den Knoten mit Conditioner und löse zunächst einzelne Strähnen mit den Fingern. Sobald die Stelle lockerer ist, kannst du wieder mit Bürste oder Kamm arbeiten.
Muss ich Locken täglich kämmen?
Nein. Für die meisten Lockenroutinen ist tägliches Kämmen nicht erforderlich. Viele Lockenköpfe entwirren hauptsächlich beim Waschen und lassen die Locken zwischen den Wash Days möglichst in Ruhe.
Warum liegen nach dem Entwirren so viele Haare in der Dusche?
Ein Teil davon kann bereits vor dem Waschen ausgefallen sein. Da lockige Strähnen sich gegenseitig festhalten, fallen lose Haare nicht immer sofort zu Boden. Beim nächsten gründlichen Detangling kommen sie dann gesammelt zum Vorschein.
Was ist besser: Finger Detangling oder Bürste?
Das hängt von deinen Locken ab. Die Finger bieten besonders viel Kontrolle. Eine Bürste arbeitet schneller. Viele Lockenköpfe kombinieren beides: grössere Knoten zuerst mit den Fingern lösen und danach die Sektion durchbürsten.
Kann ich Öl auf einen festen Knoten geben?
Du kannst es ausprobieren, besonders wenn deine Locken mit Öl gut zurechtkommen. Notwendig ist es nicht. Häufig reichen Wasser und ein Conditioner mit gutem Slip bereits aus.
Was mache ich, wenn sich ein Knoten gar nicht lösen lässt?
Arbeite nicht immer kräftiger weiter. Gib erneut Conditioner hinzu und versuche, einzelne Strähnen seitlich aus der verknoteten Partie herauszulösen. Bei sehr grossen oder extrem festen Verfilzungen kann es sinnvoll sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, bevor unnötig viele gesunde Locken abbrechen.


