Die 5 häufigsten Fehler bei der Lockenpflege

Die 5 häufigsten Fehler bei der Lockenpflege

Volumen am Ansatz: Tipps gegen platte Locken Du liest Die 5 häufigsten Fehler bei der Lockenpflege 7 Minuten

Locken sind nicht kompliziert – sie reagieren nur sensibler auf Pflege, Gewohnheiten und Produkte. Viele Probleme wie Frizz, fehlendes Volumen oder eine gereizte Kopfhaut entstehen nicht, weil Locken schwierig sind, sondern weil sie oft wie glattes Haar behandelt werden. Hier sind die fünf häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest.

1. Schaum ist nicht gleich Reinigung

Viele verbinden Sauberkeit automatisch mit viel Schaum. Das liegt daran, dass wir es seit Jahrzehnten so gelernt haben: Je stärker ein Shampoo schäumt, desto „gründlicher“ fühlt sich die Reinigung an. Doch chemisch betrachtet sind Schaum und Reinigung zwei unterschiedliche Prozesse.

Für die eigentliche Reinigung verantwortlich sind Tenside. Tenside sind waschaktive Substanzen, die Fett und Schmutz lösen, indem sie sich gleichzeitig an Wasser und Öl binden. Sie umschließen Schmutzpartikel und ermöglichen, dass diese mit Wasser ausgespült werden. Schaum entsteht hingegen durch die Fähigkeit bestimmter Tenside, Luft einzuschließen.

Stark schäumende Sulfate wie Sodium Lauryl Sulfate erzeugen viel Schaum, reinigen aber oft sehr aggressiv und können die natürliche Lipidschicht der Kopfhaut angreifen. Mildere Tenside wie Coco Glucoside oder Sodium Cocoyl Isethionate schäumen deutlich weniger, reinigen aber dennoch effektiv. Der sichtbare Schaum sagt also nichts über die tatsächliche Reinigungskraft aus. Gerade für Locken ist eine milde Reinigung sinnvoller, da sie die natürliche Schutzschicht der Lockenkrone erhält und die Kopfhaut nicht unnötig reizt.

2. Der Umstieg zur Curly Girl Methode braucht Zeit

Wenn du von stark entfettenden Shampoos auf milde Lockenshampoos wechselst, reagiert deine Kopfhaut häufig zunächst irritiert. Jahrelang wurde sie bei jeder Wäsche vollständig entfettet. Um das auszugleichen, hat sie ihre Talgproduktion erhöht.

Wechselst du nun auf mildere Produkte, wird die Kopfhaut nicht mehr radikal gereinigt – produziert aber zunächst weiterhin die gleiche Menge Talg. Das kann sich fettig oder ungewohnt anfühlen. Manche berichten sogar von Juckreiz oder leichter Schuppenbildung in der Übergangsphase.

Das ist keine Fehlfunktion, sondern ein Regulationsprozess. Die Kopfhaut braucht Zeit, um ihre Balance wiederzufinden. Mit Geduld normalisiert sich die Talgproduktion meist von selbst. Unterstützend kann ein sanftes Kopfhautpeeling helfen, abgestorbene Hautzellen zu entfernen und die Durchblutung anzuregen. Wichtig ist: Nicht panisch zurück zu aggressiven Shampoos greifen, sondern der Kopfhaut Zeit zur Anpassung geben.

Du kannst deine Kopfhaut unterstützen mit einem sanften Peeling:

DIY-Kopfhautpeeling:
2 EL weisser Zucker
2 EL Olivenöl

Gut verrühren, Locken in Sektionen teilen und sanft in die Kopfhaut einmassieren. 5 Minuten einwirken lassen, danach mit Shampoo ausspülen.

Weisser Zucker eignet sich besonders gut, da er optimale Peeling-Eigenschaften mitbringt und sich gut auswaschen lässt.

3. Co-Wash ist nicht für jede Lockenstruktur geeignet

Co-Washing bedeutet, die Locken ausschließlich mit Conditioner zu reinigen. Das funktioniert, weil Conditioner milde kationische Tenside enthalten, die leichte Verschmutzungen lösen können. Für sehr trockene, krause Locken kann das wunderbar funktionieren.

Feine oder wellige Locken reagieren jedoch oft empfindlich auf diese Methode. Conditioner enthalten pflegende Lipide und filmbildende Stoffe, die das Haar geschmeidig machen. Bei feinem Haar können diese Stoffe jedoch schnell zu viel Gewicht erzeugen. Die Locken verlieren ihre Sprungkraft, wirken platt oder strähnig.

Gerade bei feinem Haar fehlt oft die Struktur, um reichhaltige Pflege dauerhaft zu tragen. Ein mildes Lockenshampoo sorgt hier für die bessere Balance zwischen Reinigung und Volumen. Co-Wash ist daher kein Muss der Curly Girl Methode, sondern ein Werkzeug, das individuell eingesetzt werden sollte.

4. Zu viel Stylingprodukt

Viele glauben, dass mehr Produkt automatisch mehr Definition bringt. Tatsächlich kann zu viel Styling die Locken beschweren und ihre natürliche Bewegung einschränken. Leave-ins, Cremes und Gele enthalten Filmbildner, Feuchtigkeitsspender und Öle. Diese Stoffe legen sich um die Lockenfaser und geben Halt oder Geschmeidigkeit.

Wird jedoch zu viel verwendet, entsteht ein Übergewicht. Die Locken werden nach unten gezogen und verlieren an Volumen. Besonders feine Locken reagieren empfindlich auf Produktanhäufungen.

Weniger Produkt bedeutet oft mehr Elastizität und mehr natürliche Bewegung. Eine kleine Menge, gut mit Wasser verteilt, reicht meist völlig aus. Beim Gel genügt es häufig, die Locken sanft zu scrunchen, statt sie komplett zu durchtränken. Ziel ist nicht maximale Produktmenge, sondern eine gleichmäßige Verteilung mit ausreichend Halt.

5. Locken trocken kämmen

Locken trocken zu kämmen gehört zu den häufigsten Fehlern. Lockiges Haar besitzt eine spiralige Struktur, wodurch sich einzelne Strähnen leichter ineinander verhaken. Im trockenen Zustand ist die Schuppenschicht leicht geöffnet und die Reibung zwischen den Haarfasern höher.

Beim Bürsten entsteht dadurch Zug und mechanischer Stress. Das führt zu Haarbruch, Frizz und einer zerstörten Lockenstruktur.

Wird das Haar hingegen im feuchten Zustand gekämmt, ist es elastischer und geschmeidiger. Conditioner oder Leave-in sorgen zusätzlich für Gleitfähigkeit. So lassen sich die Strähnen leichter entwirren, ohne die natürliche Lockenform zu zerstören. Locken sollten daher idealerweise unter der Dusche oder direkt nach dem Waschen entwirrt werden. Im trockenen Zustand hilft sanftes Auffrischen deutlich mehr als Bürsten.

 

Woran erkenne ich, welcher dieser Fehler bei mir zutrifft?

Viele Lockenprobleme fühlen sich ähnlich an – doch die Ursache ist oft eine ganz andere. Deshalb ist es wichtig, nicht nur Symptome zu betrachten, sondern das Verhalten deiner Locken genau zu beobachten. Hier findest du typische Anzeichen, die dir helfen können, deinen persönlichen Pflegefehler zu erkennen.

Wenn sich deine Locken nie richtig sauber anfühlen

Fühlen sich deine Locken nach dem Waschen weich, aber „nicht ganz frisch“ an? Dann erwartest du vielleicht noch das gewohnte Quietsch-Gefühl stark entfettender Shampoos. Mildere Lockenshampoos reinigen sanft und erhalten die natürliche Schutzschicht der Lockenkrone. Dadurch fühlt sich das Haar anders an – aber nicht ungepflegt. Achte darauf, das Shampoo wirklich nur auf der Kopfhaut einzumassieren und mit etwas Wasser aufzuschäumen. Oft liegt das Gefühl nicht an mangelnder Reinigung, sondern an veränderten Erwartungen.

Wenn deine Kopfhaut nach dem Umstieg schneller fettig wird oder juckt

Wird dein Ansatz schnell fettig oder beginnt deine Kopfhaut nach der Umstellung zu jucken, befindet sich deine Kopfhaut wahrscheinlich noch in der Regulierungsphase. Sie war daran gewöhnt, bei jeder Wäsche komplett entfettet zu werden und produziert zunächst weiterhin mehr Talg. Das ist eine normale Anpassungsreaktion. Mit etwas Geduld reguliert sich die Talgproduktion meist von selbst. Unterstützend kann ein sanftes Kopfhautpeeling helfen, abgestorbene Hautzellen zu entfernen und die Balance zu fördern.

Wenn deine Locken platt und kraftlos wirken

Fehlen Volumen und Sprungkraft, obwohl deine Locken weich und gepflegt aussehen, verwendest du möglicherweise zu reichhaltige Produkte. Gerade feine Locken reagieren empfindlich auf schwere Cremes, Buttern oder zu viel Conditioner. Die Locken werden beschwert und verlieren ihren natürlichen Stand. Hier kann eine leichtere Pflege und ein Stylingprodukt mit gutem Halt helfen, ohne zusätzliches Gewicht einzubringen

Wenn deine Locken anfangs schön definiert sind und später zusammenfallen

Sehen deine Locken morgens perfekt aus, verlieren aber nach wenigen Stunden ihre Form, kann das an einer falschen Produktbalance liegen. Entweder wurde zu viel Pflege verwendet oder es fehlt an Halt. Zu viel Produkt zieht die Locken nach unten, zu wenig Struktur lässt sie schneller auseinanderfallen. Oft reicht es, die Produktmenge zu reduzieren und stattdessen ein stärker haltendes Stylingprodukt gezielt einzuarbeiten.

Wenn deine Locken schnell frizzig und brüchig wirken

Starker Frizz, kleine abstehende Härchen und Haarbruch entstehen häufig durch mechanische Belastung. Werden Locken trocken gebürstet, verhaken sich die Strähnen ineinander. Die Schuppenschicht wird aufgeraut und die natürliche Lockenstruktur verliert ihre Definition. Locken sollten daher nur im feuchten Zustand mit ausreichend Pflege entwirrt werden. Im trockenen Zustand hilft sanftes Auffrischen deutlich mehr als Bürsten.

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